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Initiative der Fischerjugend gegen das Fischsterben durch den Einsatz von Brutboxen

Bericht erstellt von Michael Reschke, Jugendleiter vom Fischereiverein Langquaid e. V., 12.03.2022

 

1         Einleitung

Aufgrund des Fischsterbens in der Großen Laber im Juli 2021 startete die Fischerjugend vom Fischereiverein Langquaid e. V. eine Initiative mit alternativen naturnahen Besatzmaßnahmen zum Wiederansiedeln der einheimischen Bachforelle mit Hilfe von Brutboxen. Die Jungfischer werden dabei an die Fisch-Biologie und Gewässerökologie herangeführt und erleben die Entwicklung vom Ei zum Fisch hautnah.

Die Fischerjugend hat in diesem Winter das erste Mal den Fischbesatz mit Eiern der Bachforelle zum Wiederaufbau eines natürlichen Bestands getestet. Hierbei werden in speziellen Brutbox-Systemen die Fischeier bis zum fertigen Fisch erbrütet. Regelmäßige Kontrollen über mehrere Wochen sind hier essenziell für den Erfolg des Projekts. Durch die verschiedenen Umwelteinflüsse in Fließgewässern ist dieser jedoch nicht garantiert.

 

2         Besatzmaßnahmen

Durch die Verschlechterung der Lebensräume, natürliche Fressfeinde und natürlich auch Angler ist es in den Vereinsgewässern vom Fischereiverein Langquaid, der großen Laber und deren Nebenarme, kein natürlicher Bachforellenbestand mehr vorhanden und diese Fischart muss durch Besatzmaßnahmen regelmäßig nachgesetzt werden.

2.a.  Besatz mit fangfähigen Fischen

Bisher war es die übliche Praxis, fangfähige Forellen zu setzen. Diese stammen aus Fischzuchtbetrieben und schwimmen drei bis vier Jahre in Betonbecken und werden regelmäßig, auf Wachstum und Ertrag optimiert, mit Fischmehl-Pellets gefüttert. Werden diese Fische in einen natürlichen Bach gesetzt, warten einige Herausforderungen auf die Forellen. Sie müssen sich nicht nur die Nahrung selbst suchen, auch andere Wasserwerte, Strömung, Krankheiten, Parasiten, Gefahr durch Fressfeinde wie Raubfische (Hecht), Wasservögel (Reiher, Kormoran), Fischotter und Angler sind für die Bachforelle etwas Neues und muss nach der Aufzucht im Fischteich erst gelernt werden. Viele der Fische laichen in den ersten Jahren nicht ab, da ihnen die natürliche Umgebung gefehlt hat. Aber nur ein kleiner Teil erlebt das nächste Jahr im Bach.  

2.b. Besatz mit Brut

Eine weitere Methode ist der Besatz mit Brut, also jungen Fischen. Hier werden die Eier in der Fischzucht unter optimalen Bedingungen ausgebrütet und die jungen Fische vorgestreckt, also noch einige Wochen gefüttert, bevor sie im Gewässer ausgesetzt werden. Auch hier müssen sich die Forellen an die neue Situation erst anpassen. Da der Schlupf in einem anderen Wasser war, ist der „Homing-Effekt“, also dass die Forellen zum Laichen später an ihren Geburtstort zurückkehren, fraglich.

Die Baby-Forellen haben noch viele weitere Fressfeinde als die Erwachsenen. Neben den in der Großen Laber überwiegend vertretenen Raubfischen Döbel und Flussbarsch fressen auch die größeren Bachforellen ihre kleineren Artgenossen, leben also kannibalisch. Aber auch viele Insekten und deren Larven leben Räuberisch, z.B. Libellenlarven und Gelbrandkäfer. Glücklicherweise leben in der Forellenregion der Großen Laber auch viele Eisvögel, bei denen natürlich kleine, bis fingerlange Fische auf der Speisekarte stehen, auch Bachforellen.

 

3         Ausblick in die Natur

3.a.  Kolmation

Die Bachforelle benötigt für eine natürliche Vermehrung ein sauberes, sauerstoffreiches Fließgewässer mit kiesigem Untergrund. Landwirtschaftliche Nutzung der Uferbereiche verstärkt bei jedem Starkregen den Sedimenteintrag in das Gewässer. Dadurch werden die vorhanden Kiesbänke zunehmend verfüllt und verfestigt, was „Kolmation“ genannt wird. Eine ehemals kiesige Gewässersohle ähnelt dann einer harten Waschbetonplatte, von oben erkennt man Steine, aber tiefgründige Hohlräume fehlen. Ohne kiesigem Untergrund ist eine natürliche Vermehrung bei der Bachforelle unmöglich.

 

3.b. Vermehrung in der Natur

Die Bachforelle ist ein sogenannter Kieslaicher. In der Natur schlägt die laichreife Bachforelle eine Laichgrube in das Kiesbett. Hier werden die befruchteten Eier anschließend mit dem groben, losen Kies zugefüllt und die so geschützten Eier sich selbst überlassen. Dieses zuschütten mit Kies ist eine sehr einfache Art der Brutpflege. Die Eier und später die Jungfische werden in den Hohlräumen im Kies ständig und gleichmäßig mit frischem Wasser umspült und sind optimal vor Fressfeinden, UV-Strahlung und sogar leichten Hochwasser geschützt. Die Laichzeit ist im Winter und bei den kalten Wassertemperaturen dauert die Entwicklung mehrere Wochen. Nach dem Schlupf haben die Fischlarven einen großen Dottersack, welcher die Nahrung für die ersten Wochen bildet. Nach Aufbrauchen des Dottersacks verlassen die jungen Fische das schützende Kieslückensystem und gehen selbstständig auf Nahrungssuche, um in etwa 3 Jahren an denselben Platz zurückzukehren, um selbst abzulaichen. Im Gegensatz zum verwandten Lachs sterben die Eltern jedoch nicht und können jedes Jahr wieder für Nachwuchs sorgen.

 

4         Vorteile beim Besatz mit Eiern

Der Grundgedanke beim Besatz mit Forelleneiern ist eine naturnahe Besatzmaßnahme. In Gewässern, die grundsätzlich für Bachforellen geeignet sind, aber es die Natur nicht mehr schafft, einen stabilen Bestand zu erhalten, soll mit diesem Eingriff nachgeholfen werden und dabei die gleichen wilden Forellen erzeugt werden wie bei der natürlichen Vermehrung. Da die Fische in der Umgebung schlüpfen, wo sie aufwachsen und später auch wieder laichen sollen, stellt sich der sogenannt „Homing-Effekt“ ein. Bachforellen sind sehr standorttreu und auch wenn sie anfangs abwandern, werden sie nach ein paar Jahren zur Laichreife wieder an ihren Geburtsort zurückkehren, ähnlich wie beim verwandten Lachs.

Noch im Ei gewöhnen sich die Fische an ihre spätere Umgebung und die Wasserwerte. Bereits ihre erste Nahrung müssen sie selbstständig im Gewässer suchen und können sich mit dem Wachstum optimal an die jeweils vorhandene Nahrung anpassen. Die Fische schwammen nie in reinstem keimfreiem Wasser oder wurden mit Medikamenten behandelt und sind deshalb im natürlichen Gewässer robuster. 

Das gilt natürlich nur für diejenigen Fische, die auch überleben. Nur aus etwa einem Prozent der Eier werden nach ca. 3 Jahren laichreife Bachforellen. Das heißt bei dem Besatz mit 6.000 Eiern werden es erwartungsgemäß ca. 60 große Forellen. Der Rest geht im Laufe dieser Zeit in die natürlichen Nahrungskreisläufe ein.

 

5         Brutboxsysteme

Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Brutboxsystemen in der Literatur und der Praxis zu finden, die jedoch nicht alle für jedes Gewässer optimal geeignet sind. Jedes System hat Stärken und Schwächen und große Unterschiede in der Technik und Handhabung, nicht nur beim Anschaffungspreis. Vor allem die Strömungsgeschwindigkeit und die Gewässertiefe haben Auswirkungen auf die Auswahl, aber auch ob in dem Gewässer mit Hochwasser, Stein-Geschiebe und Sedimente zu rechnen ist.

 

5.a.  Brutboxenseminar

Zur Vorbereitung auf das Projekt besuchte Michael Reschke, Jugendleiter vom Fischereiverein Langquaid, im Oktober 2021 das Brutboxenseminar von der Bayerischen Fischerjugend. Hier gab es vom Fischereiverband Schwaben in dem zweitägigen Seminar alles Wissenswerte zu den Brutboxen und deren Anwendung. Neben hilfreichen Tipps aus der Praxis wurde von jedem Teilnehmer eine Brutbox mit Anleitung und Unterstützung selbst gebaut und am Ende wurden die Boxen zur Demonstration im Gewässer eingebaut.

 

5.b. Schwaben-Box

Das Brutboxsystem, das zusammen mit dem Fischereiverband Schwaben gebaut wurde, wird im Nachfolgenden „Schwaben-Box“ genannt, das Vorbild der Bauvorlage kommt aber aus der Schweiz. Das Kernelement ist ein gewinkeltes Edelstahlblech mit ca. 3,5mm breiten Schlitze. Neben dem Rahmen aus Holz gibt es einen abnehmbaren Acrylglas-Deckel für die einfachere Kontrolle und Justage und einen zusätzlichen Holz-Deckel zum Schutz vor UV-Strahlung, was in der Natur die Kies-Schicht übernimmt. Wichtig ist der passende Standort, denn die Box muss auf ein tiefgründiges Kiesbett gesetzt werden und wird mit einem Steinwall vor zu starker Strömung geschützt. Nach dem Schlupf fallen die Fisch-Larven durch die Schlitze nach unten in den vorbereiteten Kies. Das Kieslückensystem dient den jungen Fischen als schützende Kinderstube, wie auch in der Natur. Die regelmäßige Kontrolle endet mit dem Schlupf der ersten Larven, da diese beim Herausnehmen der Box weggespült werden könnten. Die Box muss so justiert werden, dass die Eier immer leicht durchströmt, aber nicht zu stark verwirbelt werden. Erstaunlich ist, dass auch bei einer vierfach stärkeren Strömung in der Brutbox am Gewässergrund zwischen den Steinen kaum ein Unterschied feststellbar ist.

 

5.c.  Schwimmbox

Um Erfahrungen zu sammeln und die Unterschiede für den Standort in der Großen Laber zu untersuchen, wurde ein zweites System eingesetzt. Hier viel die Wahl auf ein schwimmendes System, nachfolgend „Schwimmbox“ genannt. Diese wurde aus vorhandenen Baumaterialien selbst gebaut. Mit ein wenig Kreativität wurde aus einer Bäckerkiste, einem Stück Fliegengitter, Schwimmkörper aus Hartschaum-Dämmplatten und etwas Holz eine funktionsfähige Brutbox. Im Vergleich zur Schwaben-Box verbleiben die geschlüpften Larven weiterhin in der schützenden Schwimmbox. Erst wenn der Dottersack vollständig aufgebraucht ist und die jungen Fische schwimmen können und Nahrung benötigen, werden sie ausgesetzt. Das ist der Zeitpunkt, an dem sie in der Natur ebenfalls das Kieslückensystem verlassen und im Gewässer nach Nahrung und alternativen Versteckmöglichkeiten suchen müssen. Der Vorteil ist, dass die jungen Bachforellen im gleichen Flussabschnitt an verschiedenen Stellen verteilt werden können, auch etwas flussaufwärts. So suchen nicht alle Jungfische an der gleichen Stelle nach Nahrung.

 

6         Projektverlauf

Das Brutboxenprojekt ist optimal für die Betreuung mit der Fischerjugend geeignet. Die Jungfischer lernen die Entwicklung der Eier und Fischlarven in der Praxis kennen und können bei den Kontrollterminen selbst beim Aussortieren der Eier und Wasserwerte messen mithelfen.

Als Standort wurde die Alte Laber, ein Nebenarm der Großen Laber, ausgewählt. Hier gibt es keine Querbauwerke mit Staubereichen und die Strömung ist in der gesamten Länge relativ stark, was das Gewässer optimal für Bachforellen macht.

 

6.a.  Vorbereitungen

Mit der Auswahl des gut zugänglichen, kiesigen Standorts und den Vorbereitungen, wie der Erstellung des Kiesbetts bzw. Steinwall für die Schwaben-Box, wurde bereits im November 2021 begonnen. Hier haben die Kinder der Fischerjugend tatkräftig mit angepackt.

 

6.b. Einbringen der Augenpunkt-Eier

Am 05.12.2021 wurden von einem Vereinsmitglied 6.000 Eier aus einer Fischzucht angeliefert. Jeweils 3.000 Eier wurden nach dem behutsamen angleichen der Wasserwerte in die beiden Brutboxen eingebracht.

Die Eier waren bereits im sogenannten Augenpunktstadium, es sind also die dunklen Augen der Jungfische im Inneren bereits erkennbar. Bereits etwa vier Wochen vorher wurden die Eier in der Fischzucht durch Abstreifen von laichreifen Bachforellen und anschließendem Befruchten gewonnen. Die Elterntiere werden bei dem Vorgang betäubt und tragen keinen Schaden davon. Die befruchteten Eier sind bis zum Augenpunktstadium sehr empfindlich und dürfen in dieser Zeit nicht bewegt werden, müssen aber dauerhaft und gleichmäßig mit frischem, sauerstoffreichem Wasser durchströmt werden.

 

6.c.  Kontrolle der Boxen

In der folgenden Zeit wurden durchschnittlich alle zwei Tage die Boxen kontrolliert. Zum einen wurden die beiden Brutboxen je nach Wasserstand und Strömung justiert. Bei der Schwaben-Box wird der Winkel zur Strömung verändert und ggf. größere Steine davor platziert, so dass die Eier gut von frischem Wasser durchspült, aber nicht zu stark verwirbelt werden. Die Position der Schwimmbox kann durch ein quer gespanntes Seil verändert werden und wird soweit zum strömungsruhigen Ufer versetzt, dass nur noch eine leichte Strömung in der Box vorherrscht. Das war wegen dem flachen Wasser und den häufigen Wasserstands-Schwankungen nicht immer einfach, da teilweise die Schwimmbox am Ufer auf dem Grund aufliegt und am nächsten Tag durch einen Anstieg des Wasserstands wieder zu stark in der Strömung war.

Des Weiteren wurden bei den Kontrollterminen verpilzte Eier aussortiert. Diese würden die benachbarten Eier anstecken und der Pilz die Eier abtöten. Die verpilzten Eier sind nicht mehr orange-durchsichtig, sondern milchig bis weiß, später mit einem Flaum-Überzug. Die Eier sind mit einem Durchmesser von etwa 5 mm die größten Eier unserer einheimischen Fischarten, darum funktioniert das Aussortieren sehr gut mit einer Kunststoff-Pinzette. Das Aussortieren war auch durch die Jungfischer machbar, Problem waren die kalten Finger beim Umgang mit Wasser im Winter. Die Eier müssen in der Zeit permanent im Wasser bleiben. Vor allem bei Minusgraden wäre ein kurzer Aufenthalt in der Luft bereits tödlich.

 

6.d. Entwicklungszeit bis zum Schlupf

Die Eier haben ca. acht Wochen (ca. 56 Tage) bis zum Schlupf benötigt, davon je die Hälfte in der Fischzucht und in der Brutbox in der Großen Laber. Die Entwicklungszeit von Fischeiern wird in „Tagesgraden“ als Produkt aus Temperatur und Zeit angegeben. Bachforellen-Eier haben ca. 400 Tagesgrade, brauchen also bei 10°C Wassertemperatur ca. 40 Tage bis zum Schlupf, bei 5 °C ca. 80 Tage. Die theoretische Ermittlung hat allerdings Grenzen, denn neben den Schwankungen, die sich schlecht aufsummieren lassen, geht die Entwicklung unter 4 °C langsamer und die Verlustrate steigt. Oberhalb 13 °C sterben die Eier ab, darum ist die Laichzeit der Forellen auch im Winter! Zum Vergleich: Der Karpfen laicht etwa im Juni und die Entwicklungszeit beträgt nur 2-3 Tage. Karpfeneier sind mit ca. 1 mm Durchmesser im Vergleich zu den 5 mm Forelleneier winzig.

 

6.e. Schlupfrate der Eier

Der Schlupfbeginn war an Weihnachten, der Großteil der Larven ist zum Jahreswechsel aus dem Ei geschlüpft. Insgesamt liegt die Quote vom gelieferten Ei bis zum Schlupf bei einem guten Ergebnis von 90%. Gezählt und dokumentiert wurden bei jedem Kontrolltermin die aussortierten, verpilzten Eier und Larven. Aus dem Verlust wird dann die Schlupfquote berechnet. In beiden getesteten Brutboxsystemen war der Verlust jeweils ca. 10%, hier konnten keine Unterschiede festgestellt werden.

 

6.f.   Betreuung Schwaben-Box

Die Schwaben-Box wurde nach neun Kontrollterminen ab dem Schlupf der ersten Larven nicht mehr kontrolliert, da eine Entnahme der Box die schwimmunfähigen Larven wegspülen könnte. Wie viele von ihnen im Kieslückensystem herangewachsen sind, konnte bei diesem Brutboxsystem leider nicht kontrolliert werden. Mit 10% Verlust sollten 2.700 Bachforellen geschlüpft sein.

 

6.g.  Betreuung der geschlüpften Larven in der Schwimmbox

Bei der Schwimmbox waren es insgesamt 40 Kontrolltermine von der Einbringung der Eier Anfang Dezember bis Mitte Februar.

Im Vergleich zur Schwaben-Box musste die Schwimmbox auch nach dem Schlupf alle ein bis drei Tage kontrolliert werden. In dem Zeitraum gab es einige Regentage, die einen starken Anstieg des Wasserstands zur Folge hatten, gefolgt von einem Rückgang über mehrere Tage. Das stärkste Hochwasser war zum Jahresende (29.12.-31.12.2021), bei dem trotz täglicher Kontrolle der Anstieg so stark war, dass die Schwimmbox zur Tauchbox wurde und mitten in der reißenden Strömung stand. Das war ausgerechnet die Schlupf-Woche. Die Eier sind sehr stabil und können mit den Fingern kaum gequetscht werden, sie werden in der Natur im Kies vergraben. Dementsprechend haben die noch nicht geschlüpften Eier den Strömungsdruck gut überstanden. Aber der Dottersack der frisch geschlüpften Larven, der die Nahrung für die ersten Wochen bildet, ist verhältnismäßig empfindlich. Durch den starken Wasserdruck in der Box wurden die Dottersack-Larven zu fest gegen das Gitter gedrückt und dabei sind etwa 350 gestorben. In den folgenden fünf Wochen sind nur 23 Stück verendet.

Etwa zum 8. Februar, als die Fische bereits mit ca. 25 mm Länge gut entwickelt waren, aber immer noch ein Dottersack-Vorrat für etwa ein bis zwei Wochen übrig war, kam ein weiteres überraschendes Hochwasser. Der rasche Anstieg vom Wasserstand hat die Schwimmbox wieder voll erwischt, so dass alle verbliebenen Fische aufgrund der zu starken Strömung in der Box verendet sind.

 

7         Fazit

Mit dem Verlust der Jungfische in der Schwimmbox ergibt sich eine durchschnittliche Erfolgsquote von nur noch 45%. Die ganze Hoffnung liegt jetzt in dem Erfolg der Schwaben-Box, der sich jedoch erst in zwei bis drei Jahren zeigen wird, wenn beim Angeln untermaßige Forellen erwischt oder bei der Pirsch im flachen Wasser gesehen werden. Untermaßig bedeutet, dass die Fische das gesetzliche Schonmaß noch nicht erreicht haben und zurückgesetzt werden müssen, um ihnen vor der Entnahme als Speisefisch noch die Chance zum Ablaichen zu geben.

Der Besatz mit Forelleneiern wird immer beliebter, aber nur wenige Fischereivereine können ausschließlich mit dem Ei-Besatz den Forellenbestand ausreichend groß halten. Wenn zukünftig eine natürliche Alterspyramide von kleinen bis großen Bachforellen im Gewässer vorkommt und nur noch wenige fangfähige Forellen zusätzlich gesetzt werden müssten, dann wäre das Brutbox-Projekt ein voller Erfolg.

Als Maßnahme gegen das Fischsterben vom Juli 2021 ist dieses Projekt nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Projekt wird erst langfristig Erfolge zeigen, aber der Fischereiverein Langquaid ergreift jede Initiative, um die einheimischen Fischarten, wie die Bachforelle, wieder in der Großen Laber anzusiedeln und ein ausgewogenes, natürliches Ökosystem wiederherzustellen.

 

8         Ausblick

Die Fischerjugend vom Fischereiverein Langquaid wird das Projekt auf jeden Fall wiederholen. Aus den Fehlern des ersten Versuchs muss gelernt werden und falls die Schwimmbox nochmal eingesetzt wird, dann an einem anderen Standort mit einer tieferen, strömungsarmen Bucht, wo die Auswirkungen von Hochwasser mit starken Wasserstands- und Strömungsschwankungen nicht so stark sind.

Wichtig ist in den nächsten Jahren eine Fischbestandsaufnahme, um den Erfolg nachvollziehen zu können. Die Fanglisten, die jeder Angler führen muss und Beobachtungen am Gewässer eigenen sich dazu als einfaches Instrument, aber auch eine Bestandsaufnahme durch Elektrobefischung wäre denkbar. Wenn die erbrüteten Bachforellen in drei Jahren laichreif sind, wäre eine Laichplatzsanierung mit Kieszugabe in Absprache mit der Naturschutzbehörde zu prüfen, damit die Forellen ausreichend Kiesflächen zum Ablaichen finden. 

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